Hundesprache: Beschwichtigungssignale erkennen
Hunde kommunizieren viel feiner, als wir oft bemerken. Lange bevor ein Hund knurrt oder schnappt, zeigt er mit kleinen Gesten, dass er sich unwohl fühlt oder eine Situation entschärfen möchte. Man nennt sie Beschwichtigungs- oder Stresssignale.
Die häufigsten Signale
- Gähnen – obwohl der Hund nicht müde ist, etwa beim Tierarzt oder in einer engen Begegnung.
- Über die Nase lecken – oft nur ein ganz kurzes Zungenzeigen.
- Kopf oder Blick abwenden – „Ich will keinen Ärger.“
- Plötzliches Schnüffeln am Boden – mitten in einer Begegnung.
- Bogen laufen statt frontal auf den anderen Hund zuzugehen.
- Erstarren oder sehr langsame Bewegungen.
- Schütteln wie nach dem Baden – oft nach einer aufregenden Situation, um Spannung abzubauen.
Warum das wichtig ist
Wer diese Signale erkennt, kann früh reagieren: Abstand schaffen, die Situation auflösen, dem Hund Sicherheit geben. Werden die leisen Signale dauerhaft übersehen, muss der Hund „lauter“ werden – mit Knurren, Bellen oder Schnappen.
Kontext beachten
Nicht jedes Gähnen ist Stress. Entscheidend ist die Situation: Gähnt Ihr Hund abends auf dem Sofa, ist er wahrscheinlich einfach müde. Gähnt er, während ihn ein Fremder umarmt, sagt er ziemlich deutlich: „Bitte nicht.“
Sie möchten die Körpersprache Ihres Hundes besser verstehen? In der Verhaltensberatung schauen wir uns das gemeinsam in Ihrem Alltag an.